Dorsten: Wenn Wohnungsvermietung zum unsozialen Geschäftsmodell verkommt

SPD hört den Klagen der Mieter zu und stellt Forderungen

Als in den späten 70er und frühen 80er Jahren die soziale Marktwirtschaft, bis dahin ein Erfolgsmodell, mit dem Begriff Neoliberalismus eine neue Richtung erhielt, verlor das Soziale nach und nach seinen Stellenwert. Statt einer von der Politik angestrebten, und von allen Beteiligten zugesagten WIN-WIN-Situation, ging die Kapitalseite als absoluter Gewinner „vom Platz“. Zum Beispiel geriet der Verkauf landeseigener Sozialwohnungen an Immobilienfirmen und Finanzgesellschaften nicht selten zum Fiasko für die Mieter. In Wulfen-Barkenberg klagen Betroffene seit Jahren über nicht eingehaltene Vertragszusagen. Sie bemängeln u. a. Schimmel in den Wohnungen, ungepflegte Gemeinschaftsräume, eine Rattenplage ein vernachlässigtes Umfeld und vieles mehr. Ansprechpartner sind kaum erreichbar, Mängelabstellungen nicht erkennbar. Dafür wird über teils nicht nachvollziehbare Nebenkosten die Miete ständig erhöht. Die Wulfener Sozialdemokraten, unter ihnen Julian Fragemann, SPD-Bürgermeisterkandidat, haben nun vor Ort ein offenes und öffentliches Gespräch, Pressevertreter waren anwesend, mit den klagenden Mietern geführt. Sie zeigten sich betroffen und sagten umgehend zu, u. a. mit der Verwaltung nach Lösungen zu suchen, die das Leben in diesem Quartier merkbar verbessern. Swen Coralic, SPD-Vorsitzender in Dorsten, hat inzwischen das Bauordnungsamt und den Entsorgungsbetrieb der Stadt angeschrieben und um Unterstützung gebeten. Da die Liberalisierung des sozialen Wohnungsmarktes mit einer gravierenden Fehlentwicklung einherging und weiter einhergeht, lautet die Forderung der örtlichen SPD: „Zurück zu den Wurzeln der Sozialen Marktwirtschaft“.