Social Media – Fluch oder Segen?
Bei ihrer Einführung waren die Nutzungsmöglichkeiten der sogenannten Social Media mit sehr hohen Erwartungen verbunden. Sie galten als Beschleuniger einer globalen Kommunikation mit einem großen Potenzial zur Verbesserung und Bereicherung der sozialen Beziehungen infolge der vereinfachten und kurzen Kommunikationswege. Ja, sie galten sogar als Beschleuniger der Demokratisierung im Sinne von gesteigerter Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit.
Weit gefehlt! Die sogenannten sozialen Medien haben sich vor allem zu einem von Algorithmen gesteuerten Manipulationsinstrument entwickelt und führen letzten Endes zu Filterblasen, in denen sich leider immer mehr Menschen bewegen. Die einseitige Information, das ständige Sich-im-Kreis-bewegen innerhalb der jeweiligen Adressatengruppe führt zu einer Verengung von Denkräumen und zu einer Verengung des Diskurskorridors. Auch die zunehmenden anonymen Schmierereien im Netz sind kein Ausweis von Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit. Hier werden Dummheit und Ignoranz kultiviert. Nicht ganz unpassend hat Lady Gaga dies als Toilette des Internets charakterisiert.
Es geht nicht darum, den Nutzern den Spaß zu verderben, aber diese dürfen dem Netz und seinen Möglichkeiten des Missbrauchs nicht schutzlos ausgeliefert sein. Das gilt vor allem für Kinder und Jugendliche.
Die Dominanz der Internetplattformen mit ihrer von Algorithmen gesteuerten Manipulationsmacht hat letzten Endes negative Folgen für die Urteilsfähigkeit der Bürger und gefährdet damit die Demokratie.
Wir brauchen im Grunde einen Algorithmen-TÜV, um die Meinungs- und Manipulationsmacht der TECH-Plattformen zu begrenzen; denn diese sind keineswegs am Gemeinwohl interessiert, sondern folgen ausschließlich dem Profit.
Friedhelm Fragemann, langjähriger Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion regt mit seinen hier veröffentlichten Gedankensplittern an, über gesellschaftspolitische (Fehl)Entwicklungen nachzudenken und ggfs. für Korrekturen einzutreten.